1974

Da uns die Pfadfinder Österreichs noch immer nicht aufnehmen wollen, schließen wir uns am 10. Januar den Europa-Scouts an. Unsere Gruppe heißt von nun an Gr. 10, „Karl von Österreich“ und Wölflinge werden ab sofort als „Jungpfadfinder“ bezeichnet. Jetzt haben wir endlich eine „Pfadfinder-Heimat“ gefunden.

Anläßlich einer Elternzusammenkunft am 16. Januar wird der erste Aufsichtsrat einberufen. Die Funktion des ersten Obmannes (ARO) und Kassiers übernimmt Herr Mihal. Ihm steht als Schriftführerin Frau Dobiasch zur Seite.

Im selben Monat erleben wir noch einen lustigen Schi- und Rodelausflug in Spittal am Semmering. Mittlerweile haben wir schon drei Patrullen zu je fünf Pfadfindern, welche im März zu ihren ersten Ausflügen aufbrechen. Die Patrulle Mustang besucht die Burg Kreuzenstein, die Füchse führt es zur Burg Greifenstein und die Patrulle Panther erkundet die Seegrotte in Mödling.

Ein für den 24. April geplantes Georgslagerfeuer im Schwarzenbergpark fällt ins Wasser, sodaß wir mit einer (dennoch feierlichen) Zeremonie in einem Palais in der Waaggasse im 4. Bezirk Vorlieb nehmen müssen. Das kann jedoch die Einzigartigkeit dieses Tages für Thomas Amegah sowie Wolfgang und Martin Brenner, die vor versammelter Wiener „Europa-Scout-Prominenz „ihr Jungpfadfinder-Versprechen ablegen, nicht schmälern. Im Mai fahren wir mit der Pfadfindergruppe 6 auf ein Wochenendlager nach Ebreichsdorf. Vom ersten bis zum dritten Juni verbringen wir das Pfingstlager (PfiLa) in Zogelsdorf, wobei die Patrulle Panther den dort stattfindenden Wettkampf für sich entscheiden kann. Danach stößt Ludwig Bartosch als Führer zu uns.

Schließlich ist es so weit: Das erste Sommerlager (SoLa) findet in Bad Schönau in Niederösterreich gemeinsam mit der Pfadfindergruppe 6 „Maria Rotunda“ statt. Die Jungpfadfinder wohnen in einer alten Schule, in deren näherer Umgebung ein schöner Wald und ein stillgelegter Steinbruch zum Abenteuer einladen. Die Pfadfinder lagern um eine etwas entfernter gelegene Waldwiese, wobei sie für ihre Zelte zwischen den Bäumen Holzplattformen errichten. Das Herbstlager bringt am 23. November eine Wanderung zur Schutzhütte am Hocheck. Die Patrulle Fuchs verirrt sich beim Anmarsch, erreicht aber gegen Mitternacht doch noch die wärmende Hütte. Am Sonntag, dem 24. November führt uns der Weg zur Araburg, wo einige Pfadfinder, darunter auch Franz Moser, ihr Versprechen ablegen.

1973

Am 25. Juni nehmen eine Handvoll Wölflinge (Wö) und Pfadfinder unter der Führung des späteren Gründers unserer Pfadfindergruppe, Josef „Peperl“ Vavrik, als Gäste am Sommerlager der Bubengruppe 6 „Maria Rotunda“ in Bad Schönau teil.Am 6. September ist es dann so weit: Der Gründungstag unserer Gruppe ist gekommen. In einem kleinen Raum, der uns bis auf Widerruf vom Sacré Cœur zur Verfügung gestellt wird, findet der erste Heimabend statt.

Zu diesem erscheinen zehn Wölflinge (Wolfgang und Martin Brenner, Martin Edinger, Ferdinand Krauschner, Christian und Wolfgang Mihal, Helmut und Werner Reiter, Wolfgang Sagmeister, Georg Zeman), acht Pfadfinder (Manfred Dobiasch, Heribert Edinger, Alfred Krauschner, Andreas Müller, Christoph und Klaus Vavrik, Peter Dvorak und ein zweiter Peter aus Simmering, [Gerhard Flacker ist entschuldigt]), und drei FührerInnen (Fü) (Wolfgang Schneider, Evelyne und Josef Vavrik).

Der erste Gruppenausflug am 30. September führt uns nach Matzen. Bereits am 10. Oktober wird die erste Elternversammlung einberufen. Die Pfadfinder Österreichs sind wider Erwarten nicht bereit, die Neugründung einer Pfadfindergruppe in ihren Reihen zuzulassen, weshalb wir vorläufig keinem Pfadfinderverband angehören.

Eine Pulkautalwanderung vom 13. auf den 14. Oktober rundet die Aktivitäten dieses Gründungsjahres ab.