komm1 „Pfadfinder haben Freunde in der ganzen Welt“. So begründet der 13jährige Georg, warum er lieber mit den Pfadfindern unterwegs ist, statt zu Hause vor dem Fernseher zu hocken. Für die siebzehnjährige Karin ist „die Erfahrung wichtig, daß man auch mit einer kleinen Gemeinschaft vieles bewegen kann, sich Dinge traut, die auch einmal Überwindung kosten“.

Dies sind Aussagen von nur zwei Jugendlichen der über 6.500 Mitglieder zählenden Wiener Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Eines ist aber allen gleich bedeutend: Sie wollen sich für eine Welt einsetzen, in der das Leben Sinn und Freude macht. Vorbild dabei ist ihnen ihr Begründer Baden Powell, der schon zu Beginn dieses Jahrhunderts zu Kindern und Jugendlichen gemeint hat: „Versucht die Welt ein wenig besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt.“

Es ist klar, dass wir die Erde nur von unseren Kindern geborgt haben und übernehmen daher Verantwortung für sie. Dabei ist es egal, ob es sich um die siebenjährigen Wichtel und Wölflinge oder um die zwanzigjährigen Ranger und Rover handelt.

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Engagierte Pfadfinderführer und Pfadfinderführerinnen machen sich dem obigen Grundsatz folgend mit Pfadfindern und Pfadfinderinnen auf den Weg, die Welt zu entdecken und sie zu verstehen. Die Jüngsten, Wichtel und Wölflinge (7-10 Jahre), lernen dabei spielerisch das Leben in der Gemeinschaft kennen. Guides und Späher (10-13 Jahre) erleben in der Kleingruppe ihre gemeinsame Freizeit als Abenteuer und übernehmen dabei bereits Aufgaben, die ihren Interessen entsprechen. Caravelles und Explorer (13-16 Jahre) verwirklichen zahlreiche Unternehmen, die sich schon über einen längeren Zeitraum erstrecken können. Ihre Interessen spielen im Gruppenleben eine entscheidende Rolle. Ranger und Rover (16-20 Jahre) engagieren sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Ihrem Wahlspruch „Sehen-Verstehen-Handeln“ entsprechend nehmen sie zahlreiche Projekte in Angriff, egal ob es sich dabei um spontane Hilfe oder eine Rafting-Tour handelt.

Das Zusammenleben in der Gruppe gibt dem Einzelnen die Möglichkeit, dort Wurzeln zu fassen und mit Hilfe der anderen den eigenen Weg zu finden. Die bei vielen Kindern und Jugendlichen verdeckte Fähigkeit zu freundschaftlicher Auseinandersetzung und zur Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit wird von geschulten Erwachsenen gefördert. Die jungen Pfadfinder und Pfadfinderinnen lernen in gesteigertem Maße Verantwortung zu übernehmen. Dabei kann es um den Schutz der Natur gehen, die Integration von geistig oder körperlich Behinderten, ein friedliches Miteinander von Österreichern und Fremdländern – wer Pfadfinder ist, weiß, was es heißt, ein bewusstes Leben in Solidarität zu führen.

Junge Menschen wie die Pfadfinder und Pfadfinderinnen sind DIE „New Future“-Generation. Sie vereinigen das packende Gefühl eines Abenteuers mit der Sicherheit, die vielfältigen Situationen, in denen sie sich befinden, auch zu meistern. Es ist schwer zu beschreiben, wenn innerhalb weniger Stunden irgendwo auf dieser Welt eine Zeltstadt mit tausenden Pfadfindern und Pfadfinderinnen entsteht, ohne Hass, ohne Misstrauen, ohne Leid – man muss es einfach erleben.

(Dieser Text stammt aus einem Folder der Wiener Pfadfinder und Pfadfinderinnen.)