Friedenslichtesverteilung von 1989-2008 (PfadfinderInnen)

Am Weihnachtstag des Jahres 1988 klopfte eine ältere, gehbehinderte Dame an die Türe …von Bertl Grünwald

Die Idee des Friedenslichtes aus Bethlehem

Der österreichische Rundfunk in Linz/Oberösterreich hatte 1986 die Idee zur Verteilung des Friedenslichtes. Im Rahmen der caritativen Weihnachtsaktion „Licht ins Dunkel“, welche die größte derartige Hilfsaktion in Österreich darstellt, sollte den vielen Spendern als kleines Dankeschön für Ihre uneigennützige Hilfe, ein Friedenssymbol in Form einer kleinen Flamme aus der Geburtskirche von Jesus Christus in Bethlehem mitgegeben werden. Das Friedenslicht erinnert uns daran, daß bei der Geburt Jesus den Menschen gutens Willens der Friede verkündet wurde. Durch die Weitergabe des Friedenslichtes verwirklichen wir den Auftrag der weihnachtlichen Friedensbotschaft. Das Friedenslicht wird in den Wochen vor Weihnachten von einem oberösterreichischen Kind in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet und mit einem Flugzeug einer österreichischen Fluglinie in einem Spezialbehälter unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen nach Österreich gebracht. Durch die österr. Bundesbahnen wird jeweils das Friedenslicht am 24.Dezember auf allen Bahnhöfen in Österreich verteilt.

Beginn der Lichtverteilung durch die PfadfinderInnen

Am Weihnachtstag des Jahres 1988 klopfte eine ältere, gehbehinderte Dame an die Türe von Bertl Grünwald, einem Pfadfinderführer in Wien, an. Dessen persönliche Kontakte mit dieser Hausbewohnerin waren bis dahin hauptsächlich auf das Grüßen im Hausflur oder einige kurze Gespräche beschränkt. Umso überraschter war ihr Besuch und Anliegen: „Sie sind doch ein Pfadfinder und ich habe mir soeben das „Friedenslicht aus Bethlehem“ vom Bahnhof geholt. Ich nehme an, daß dies für Pfadfinder auch eine Bedeutung hat. Wollen sie es auch haben?“ Natürlich wollte er. Ein Jahr verging, das Erlebnis zu Weihnachten war schon wieder in Vergessenheit geraten, als anläßlich einer Kolonnenversammlung der Pfadfindergruppen des 3. Wiener Bezirkes Programmvorschläge für eine Weihnachtsaktion zu erarbeiten waren. Der damaliger Kurat Othmar Posch und Bertl Grünwald waren auf das „klerikale“ Thema angesetzt. Man diskutierte dies und das, bis es bei letzterem „zündete“. Sein Vorschlag, die Nahverteilung des Friedenslichtes aus Bethlehem in Wien zu unterstützen, wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Noch im gleichen Jahr schlossen sich ein Großteil der über 70 PfadfinderInnengruppen in Wien, wie auch etliche Gruppen in ganz Österreich dieser Weihnachtsaktion an. (War in den ersten Jahren der Wiener Landesverband bei der Lichtverteilung durch die PfadfinderInnen federführend, übernahm im weiteren Verlauf der Aktion der Bundesverband der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs die Unterstützung und die Kosten für die Organisation der Lichtverteilung.)

 

Bertl Grünwald berichtet:

Bereits 1989 Lichttransport nach Budapest, Prag und Krakau

Rechtzeitig erinnerten wir uns 1989 der polnischen und tschechischen Exilpfadfindergruppen „Polanie“ und „Gebrüder Rewiott“ in Wien, sowie ungarischen PfadfinderInnen aus Budapest, die in Wien weilten. 1989 war ein Schicksalsjahr, eine „Jahrhundert-Chance“ in Europa. In diesem Jahr geschah der Aufbruch im Osten Europas! Wir konnten diese einmalige Gelegenheit und dieses geschichtliche „Geschenk“ voll ausnützen. Auf Anhieb gelang es mit unseren Pfadfinderschwestern und -Brüdern das Friedenslicht nach Budapest, Prag und Krakau zu bringen. So brannte das Friedenslicht aus Bethlehem durch ungarische Pfadfinder auch im umkämpften Temesvar! Bis in diesem Jahr war in fast allen Ländern des kommunistischen Machtbereiches die freie Religionsausübung und auch die Ausübung des Pfadfindertums nach den Regeln des Weltpfadfinderverbandes verboten. In wenigen Wochen schlossen sich im Osten Europas 10.000e Buben und Mädchen in neugegründeten Pfadfindergruppen und Verbänden zusammen.

Die Ausweitung der Lichtaktion in den Osten und Süden Europas.(1990?1993)

1990: Flächendeckende Verteilung des Friedenslichtes in Ungarn. Pfadfinder aus Bratislava organisieren eine landesweite Lichtverteilung mit Hilfe eines festlich geschmückten Dienstwagens der Bahn und erreichen bereits 72(!) Städte und Ortschaften. Berührend schreibt uns eine Pfadfinderführerin aus Bratislava: … überall wurden Weihnachtslieder gesungen … es war wunderbar zu beobachten, wie nach den schweren 40 Jahren, wo das Geistige unterdrückt wurde, sich die Menschen wieder zur Tradition des christlichen Humanismus, der Liebe und des Friedens öffentlich bekennen konnten … In Polen erreicht das Friedenslicht Krakau, Kattowitz, Wroclaw (Breslau), Posen und kommt bis nach Warschau. Tschechien: Ein Pfadfinderführer aus Brünn führt die Lichtverteilung auf der Zugsverbindung zwischen Brünn und Prag durch.

1991; zusätzlich: Slowenische PfadfinderInnen rücken Ljubljana, Koper und Postojna ins rechte „Friedenslicht“ und übergeben dasselbe erstmals an die kroatischen PfadfinderInnen. Ungarische PfadfinderInnen erreichen auch 32 Ortschaften im ehemaligen Siebenbürgen (Rumänien). Eine Pfadfindergruppe aus Passau(Deutschland) verteilt erstmals das Friedenslicht.

1992; zusätzlich: Innsbrucker Pfadfinder bringen das Friedenslicht auf den Brenner zu den Südtiroler PfadfinderInnen aus Sand in Taufers. Diese beginnen mit der Lichtverteilung in ganz Südtirol. Ein Wiener Pfadfinder bringt das Friedenslicht zu seinen italienischen Freunden nach Bologna. Diese führen die Lichtverteilung in Bologna, Piacenza und Valenza durch. Slowenischen PfadfinderInnen gelingt es das Friedenslicht mit Hilfe eines Transportes der Caritas nach Split, Mostar und sogar nach Sarajevo zu bringen. Durch Einschaltung der Pfadfinderzentrale in Warschau erfolgt die Lichtverteilung in ganz Polen. Ein Lichttransport erreicht Kiev und Odessa in der Ukraine.

1993; zusätzlich: das Friedenslicht erreicht nach einer 40 stündigen Bahnfahrt mit dem Chopin-Espress durch Bertl Grünwald und Edwin Querasser Moskau. Von dort gelangt es weiter nach Smolensk und nach Kostroma. Ukrainischen Jugendlichen gelingt ein Lichtweitertransport nach Wladiwostok (ca. 6500 km entfernt von Wien). Durch Budapester PfadfinderInnen „sieht“ das Friedenslicht das Grenzgebiet der Karpaten-Unkraine, sowie Teile von Serbien (Ujividek, Szabadka) und trifft in Belgrad ein. In Kroatien gelingt den PfadfinderInnen aus Koprivnica eine landesweite Lichtverteilung in allen 11 Erzbistümern Kroatiens mit dem Beginn im Dom von Zagreb. In Oberitalien weitet sich die Lichtaktion auf die Orte Alexandria, Aqui Terme und Tortona aus. Vorarlberger PfadfinderInnen gelingt ein „Lichtkontakt“ mit Liechtenstein sowie Freunden in Zürich.

Der „Aufbruch in den Westen und Norden Europas beginnt 1994

Luxemburger PfadfinderInnen entschließen sich nach einer ersten Kontaktaufnahme spontan zur Teilnahme an der Lichtaktion. Von Polen geht das Friedenslicht erstmals nach Litauen und punktuell nach Lettland. Die Italiener erweitern auf Langhiano, Parma, Triest, Alessandria, St.Michel, Borgo Citadella und Valenza. Wiener Pfadfinder nehmen das Friedenslicht nach Passau, Hamburg , Kassel und Hannover mit.

1995; zusätzlich: Das Licht erreicht über deutsche Altpfadfinder Göteborg in Schweden und überschreitet die Grenze nach Holland und Frankreich durch Luxemburger PfadfinderInnen. In Wien findet ein „Friedensgespräch“ der Pfadfinder-Delegationen statt, welches mit einer Friedensresolution abschließt.

1996; zusätzlich: von Ungarn über Siebenbürgen findet das Licht seinen Weg nach Bukarest. Rumänische Pfadfinder aus Iasi kommen zur Lichtabholung nach Wien. Große Verteilung in Italien, wo erstmals Milano, Firenze, ROM, Napoli, Lecce (im Stiefelabsatz), sowie Milano, Pavia und Genova erreicht wird. In Deutschland erfolgt die Lichtverteilung entlang der großen IC-Zugsstrecken bis Essen, Dortmund, Bremen und Hamburg.

Erstmals wird Arnheim in Holland und Orte in Dänemark erreicht. Über Wien gelangt das Friedenslicht nach Dover, London, Canterbury, York, Cornwall, Salisbury bis Carlisle. Edwin aus Wien fährt mit seinem alten Jeep bei minus 30 Grad Celsius über Brest, Minsk, Smolensk nach Moskau, weiter nach Niznij Novgorod sowie Dubna. Orthodoxe, russische PfadfinderInnen verlängern den Lichterweg über Komostra, Syktwar, Uchta nach Workuta ca 1200 km nordöstlich von Moskau oberhalb des Polarkreises.

1997; zusätzlich: Von England aus erreichte das Licht Schottalnd, Wales und erstmals Irland. Über Deutschland ging das Friedenslicht wieder nach Dänemark, Schweden, Luxemburg und von dort nach Belgien und Holland. Eine besondere Leistung vollbrachten ungarische Lichtträger, die wiederum ganz Siebenbürgen „erleuchteten“ und Edwin aus Wien, welcher mit seinem Jeep insgesamt 6800km bis und in Rußland zurücklegte.

1998 bei der 10. Lichtverteilung durch die PfadfinderInnen wurden alle Grenzen gesprengt: An Berichten, Zeitungsausschnitten, Fotos und Kommentaren langten 650 Seiten ein. In Deutschland wurde durch eine großartige Zusammenarbeit der Pfadfinderverbände eine Lichtverteilung in insgesamt 381 Städten(!) organisiert. In Italien beteiligten sich vier große Verbände mit 16 Gruppierungen und 135 Lichtverantwortlichen und brachten das Friedenslicht in ebensovielen Städten und Orten. Ganz Südtirol erstrahlte im Friedenslicht und 25 Millionen Lire wurden für Kinder in Not gesammelt. Ebenso gab es flächendeckende Lichtverteilungen in Ungarn, Slowenien, Slowakei, Kroatien, Polen, Luxemburg, Liechtenstein. Erweiterte Lichtpfade in Dänemark und Schweden, in Weißrußland, Ukraine, Littauen, Komi und zweimal überschritt das Friedenslicht durch die PfadfinderInnen den Polarkreis (Komi und Schweden). Nicht zu vergessen die Lichtträger in England, Schottland, Wales und Irland, in Tschechien, Holland und Belgien sowie in Rumänien. Insgesamt waren PfadfinderInnen als LichtträgerInnen in 22 europäischen Ländern unterwegs!

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Lichtverteilung 1999

Erstmals erreichte das Friedenslicht zusätzlich zu den bereits genannten Destinationen Barcelona und Palermo. Eine fünfköpfige spanische PfadfinderInnen-Delegation hatte eine winterliche, dreitägige Autofahrt auf sich genommen, um das Friedenslicht in Wien entgegenzunehmen und ins katholische Spanien zu bringen. Eine italienische Delegation, die schon seit vielen Jahren den Weg nach Wien nicht scheut, besthend aus mehreren Pfadfinderverbänden aus der Gegen von Triest unter der Leitung von Fabioano Marzarella, organisierte nicht nur die Lichtverteilung in ganz Italien sondern auch den „Sprung“ hinüber nach Sizilien. Erstmals konnten wir in diesem Jahr eine Lichtdelegation aus Eupen/Belgien in Wien begrüßen, sowie wiederholt eine Delegation aus Iasi/Rumänien. Ganz besonders freute uns die Mitteilung der Verteilung des Friedenslichtes in Norwegen!
Ein besonderes Ereignis war die Lichtverteilung 1999 in Deutschland. Dort konnte das das Friedenslicht in Absprache mit dem ORF-Linz wegen den „Heiligen Jahres“ ausnahmsweise direkt aus Bethlehem nach Frankfurt geflogen und mittels Zusammenarbeit von deutscher Bischofskonferenz und den deutschen Jung- und Altpfadfinderverbänden in einem noch nie dagewesenen Maße in Deutschland verteilt werden. Nach groben Schätzungen waren 10.000e PfadfinderInnen mit dem Friedenslicht unterwegs und erreichten mehrere 100.000 Menschen und/oder Familien. Die zurückgelegten km in Autos, Zügen, zu Fuß ist erheblich jenseits von 50.000; damit könnten wir das Friedenslicht schon mindestens einmal um die Erde tragen. Aber mit diesen Angaben kann man den wichtigeren „geistigen Inhalt“ dieser Aktion nicht gerecht werden. Zählt nicht ein Lächeln, ein dankbarer Blick, ein aufrichtiges „Dankeschön“, eine herzliche Einladung, eine freundliche Geste nicht viel mehr, auch wenn die Mühen und Anstrengungen zum Teil übermenschlich waren? Entsprechen nicht gerade diese persönlichen Erlebnisse am besten der frohen Botschaft: … und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willen sind …
Im Namen aller LichtträgerInnen, Bertl Grünwald/Wien

ORF-Friedenslicht-Aktion 2000

ORF-Linz feiert „15 Jahre Friedenslicht“ und gibt das 3. Friedenslicht-Buch „Ein Weg zu den Herzen“ heraus, in welchem ich wieder einen ausführlichen Bericht über die Verteilung des Friedenslichtes durch die PfadfinderInnen (S 95-107 ? mit zahlreichen Fotos) veröffentlichen konnte. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends gelang uns der lang ersehnte Wunsch des ersten Licht-Kontinentalsprunges und zwar nach Amerika nach Oklahoma. Von dort gelangte das Friedenslicht mittels amerikanischer Pfadfinderbrüder- und Schwestern nach Nebraska, Iowa, Missouri und Minnesota. Zuwege gebracht hat dies unser Pfadfinderbruder Alfred Trovik aus Stavanger, Norwegen, der in einer beispiellosen Aktion den Lichttransport mit Hilfe eines Flugzeuges einer Erdölfirma (kostenlos) nach Amerika organisieren konnte. Leider ist Alfred einige Jahre später unerwartet verstorben. Im Jahr 2000 ist uns ein weiterer Wunsch in Erfüllung gegangen. Das Friedenslicht wurde von zwei englischen Lichtträgern auf ihrem Lichtweg nach London in Paris an Father Michel Joseph von den Les Scout de France übergeben, wo es im Centre national verteilt worden ist. Noch ein weiteres bemerkenswertes Detail wurde uns bekannt: das Friedenslicht erreichte erstmals über drei Wege Russland und zwar mit den polnischen PfadfinderInnen nach Kaliningrad, über Norwegen in Kibartai (norwegisch-russisches Grenzgebiet ? wieder eine Aktion von Alfred Trovik!) und über die „alte“ Verbindung von Warschau-Grodno-Moskau-Skytyvkar.

Lichtaktion 2001

Beim diesjährigen Treffen der internationalen, katholischen Pfadfinderverbände von Europa und dem Nahen Osten, welches diesmal in Warschau stattfand und das ich gemeinsam mit unserem Bundeskuraten Franz Hauser besuchte ? einem Treffen, an dem ich seit Jahren teilnehme und viele, viele aktive Lichtorgansiatoren kennengelernt habe beziehungsweise motivieren konnte ? war es wieder möglich die Licht-Verteilungwege und Entfernungen zu vergrößern. Dieses Jahr konnte das ORF-Friedenslicht in neue Gebiete zu noch nicht erreichten Menschen gebracht werden. Eine der Höhepunkte der Aktion 2001 war sicherlich der Transport des Lichtes mit einer Stafette von deutschen, englischen und amerikanischen PfadfinderInnen von Wien über Paris, London und schlußendlich mit einem norwegischen Flugzeug einer Erdölfirma nach Maine (USA) und nach New York in die Ground Zero-Zone! Maßgeblich war an der Organisation wieder Alfred Trovik und Mike Cortner (Aberdeen, Schottland) beteiligt. Weitere schöne, neue Destinationen des Friedenslichtes 2001 waren Grönland (durch schwedische Pfadfindergilden), Sardinien (durch italiensiche PfadfinderInnen) und Island (durch dänische Pfadfindergilden). Dieses Jahr wurde der letzte gebundene, schriftliche Bericht über die Pfadfinder-Friedenslicht-Aktion von mir verfaßt (212 Seiten ? eine Zusammenfassung der an mich gesandten Berichte, Fotos, Zeitungsartikeln).

Lichtaktion 2002

Die Lichtabholung der letzten zwei Jahre aus Bethlehem war wegen der prekären, militärischen Lage nicht persönlich möglich. Das Licht wurde von einem arabischen Jugendlichen herausgebracht und jüdischen Kindern übergeben zum Weitertransport mit dem Flugzeug nach Wien. Im Jahr 2002 wurde trotz der neuerlichen, schwierigen Situation, knapp vor Reisebeginn wurden Intefada-Anschläge mit 16 Toten gemeldet, wieder ein ORF-Team samt Pilgergruppe, der auch ich angehörte, nach Jerusalem und Bethlehem geschickt. Auch Landeshauptmann Pühringer, ein großer Unterstützer der ORF-Friedenslichtaktion, war Mitglied de Reisegruppe. Höhepunkte der Reise waren ein Empfang beim Bürgermeister von Tel Aviv mit Kranzniederlegung bei der Attentatsstelle von Rabin, Besuch der Golanhöhlen, mehrere Diskussionen mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen und Organisationen, die sich um ein friedliches Zusammenleben von Israeli und Palästinensern bemühen. 2002 gelang es uns übrigens zum 3. Mal das Friedenslicht wieder nach Amerika zu bringen. Kostenlos und diesmal mit der internationalen Flug-Transportfirma DHL mit der Zentrale in Brüssel. Es mußte jedoch der Lichttransport von Wien über Aachen nach Brüssel organisiert werden. Dies schaffte bravourös eine Ranger/Rover-Gruppe von den „Scouts of America“ in Deutschland und belgische Pfadfinderbrüder und -Schwestern. Überraschend war für uns dann die Idee von ORF-Linz ebenfalls das Friedenslicht nach Amerika zu fliegen. Kurt Bergmann, der Initiator der „Licht ins Dunkel“-Aktion und Dompfarrer Anton Faber von St.Stephan waren auch dabei. Unser amerikanischen PfadfinderInnen hatten Verständnis und holten das Friedenslicht zweimal ab, einmal am JF-Kennedy-Flughafen (hingebracht von DHL) und einmal in der „Feuerwehrkirche“ St.Patrick in New York, gebracht vom ORF-Team. Ab diesem Jahr werden die Lichtberichte als E-Mails zugesendet und in einer Zusammenfassung unter www.pfadfinder.at/friedenslicht veröffentlicht. Von dort können sie von allen Interessenten heruntergeladen werden.

geburtsgrotte

Lichtaktion 2003

Die PfadfinderInnen feiern die 15.Friedenslichtverteilung. Damit gelangte das ORF-Friedenslicht (oft jahrelang aber zumindest einmal) durch die Mithilfe der PfadfinderInnen bereits in folgende Länder: Belarus (Weißrußland), Belgien, Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Irland, Island, Italien, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Schottland, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA! Der Start zu dieser länderumfassenden Lichtaktion fand entsprechend der Bedeutung des Jubiläums, in der Wiener Stephanskirche, im Rahmen einer ökumenischen Lichtfeier, bei der ca 1000 PfadfinderInnen aus über 10 Ländern teilnahmen, statt. Das Friedenslicht wurde so wie in den Jahren davor, bei einer ORF-Pilger-(Flug)Reise in der Geburtskirche von Jesus Christus in Bethlehem entzündet und in explosionsgeschützten Spezial-Grubenlampen mit der AUA nach Österreich geholt. Uns gelang es zu dieser denkwürdigen Feier eine palästinensische Mädchen? und eine Bubengruppe einzuladen. Ein Zeichen für eine weltweite Jugendverbindung. Neue Lichtdestinationen waren 2003: Gibraltar und Malta. Eine besonders schwierige Lichtabholung hatten in diesem Jahr unsere russischen Pfadfinderbrüder aus Nizhny Novgorod, 420 km nordöstlich von Moskau hinter sich. Bei Kälte, Eis vorbei an vielen Unfällen holten sie das Friedenslicht aus Weißrußland, wo es über Polen zu den dortigen PfadfinderInnen gelangt ist und legten dabei 300 km zurück.

Bericht 2003 im Detail

Friedenslichtfeier 2003 – Goldenes Ehrenabzeichen des Bundesverbandes für Bertl

Lichtaktion 2004

In diesem Jahr konnte mit Unterstützung der Austrain Airlines, unser Bundesbeauftragter für Internationales Dr. Thomas Ertlthaler das Friedenslicht wieder nach New York zu den amerikanischen Pfadfindern bringen. Die ökumenische Lichtfeier fand wieder unter großer ausländischer Beteiligung in Wien statt. Erstmals war als Gast einer deutschen Delegation eine Pfadfinderin aus Afrika anwesend. Unsere deutschen LichtträgerInnen kamen wieder mit einer großen Gruppe nach Wien und deuteten an, daß sie beim Weltjugendtag in Köln das Friedenslicht dem Papst bringen möchten. Damals dachten wir natürlich noch an Papst Johannes Paul den II aus Polen. Ganz besonders möchte ich in diesem Jahr den besonderen Einsatz von Sandor Geyer aus Budapest im Rahmen der Friedenslicht-Aktion gedenken. Sandor, ein Lichtträger der ersten Stunde verteilte das Friedenslicht im tiefen Winter bei oft unglaublichen Straßenverhältnissen über 10 Jahre bei den ungarischen Minderheiten in Rumänien bis hinunter nach Bukarest und legte jährlich bis 5000 km in seinem alten Wagen zurück. Er ist schon in Pension und startete heuer seine letzte Lichtreise. Vielen, vielen Dank Sandor! Im Sommer 2005 war ich und ein Kamerateam vom ORF-Linz zusammen mit dem heurigen Friedenslichtkind Elke Wiesmeier und ihrer Schwester, Gast bei den deutschen Pfadfinder St.Georg in Neuss in der Nähe von Düsseldorf/Köln. Wir waren eingeladen zusammen mit unseren deutschen Pfadfinderschwestern und Brüdern am Marienfeld das Friedenslicht zum neuen deutschen Papst Benedikt XVI auf den Paspsthügel zu bringen. Unter uns eine begeisterte Menge von 800.000! begeisterten Jugendlichen.

Bericht 2004 im Detail

Lichtaktion 2005

Die Friedenslichtfeier wurde mit großer Beteilung der ausländischen PfadfinderInnen-Delegationen in der Kirche St. Leopold in Wien Floridsdorf abgehalten.

Diese Jahr war davon geprägt, dass wir wiederholt versuchten, die Verteilung des ORF-Friedenslichtes mit Hilfe der palästinensischen PfadfinderInnen in die Nachbarländern zu bewerkstelligen. Verstärkt durch unseren International-Beauftragten Dr. Thomas Ertlthaler machte sich Bertl Grünwald (zum 4. Mal) als Mitglied einer oberösterreichischen Pilgergruppe auf den Weg nach Bethlehem. Dort trafen wir Saed Shomali, International Beauftragter der kath. Pfadfinder von Palästina. Rückblickend scheiterten erneut unsere Bemühungen an den nicht zu erhaltenden Visas für die palästinensischen Pfadfinderschwestern und Brüdern.

Martina Rentenberger unsere International Beauftragte machte sich dieses Jahr mit der AUA auf den Weg nach New York in die USA, wo das Friedenslicht sehnsüchtig erwartet wurde. Trotz der mittlerweilen stark verschärften Flug- Sicherheitsbestimmungen erreichte das Friedenslicht wohlbehalten Amerika.

Durch eine positive Koordination von englischen und französischen PfadfinderInnen kam das ORF-Friedenslicht wieder sicher über den Kanal und erreichte schließlich Schottland und Nordirland. Über Dänemark und Norwegen ?sah? das Licht sogar Island.

Begeisterte Meldungen erhielten wir aus Litauen und Kasachstan, wo durch den Salesianer Pater Hermann Schulz , mit Hilfe des Friedenslichtes und einer Spendenaktion, dort den ärmsten der armen Kindern geholfen werden konnte.

In der Pfarre St. Nicolae von Bacu in Rumänien nahmen über 350 Pfadfinder an der Lichtfeier teil und schrieben: ?Der Enthusiasmus der Teilnehmer war unbeschreiblich und hinterließ tiefe Spuren in den Herzen der Jugendlichen?

Entgegen seiner Ankündigung, die seit 10 Jahren durchgeführte, weite ca 5000 km lange Winter-Reise mit dem ORF-Friedenslicht von Wien aus zu den ungarischen Minderheiten in Rumänien, nicht mehr zu ?schaffen?, kaufte sich Sandor Geyer mit Mühe ein neues Auto und fuhr wieder los !

Auch die Langstrecken über die Slowakei, Polen, Weißrußland, Kiew, Russland und Litauen sowie Lettland konnten wieder erfolgreich durchgeführt werden. Ebenso erreichten die spanischen LichtträgerInnen nach einer dreitäigen Autofahrt müde aber wohlbehalten ihre Verteilungszentren.

Lichtaktion 2006

Auf Wunsch von ORF-Linz wurde die Lichtfeier im Jahre 2006 wieder einmal in der Wr.Stephanskirche durchgeführt. Da es sich um ein fünfjähriges Jubiläum handelte, wurde ein neues Friedenslichtbuch herausgebracht. Die Pfadfinder konnten in einem 13 seitigen Bericht über ihre europa- und amerkaweiten Aktivitäten Auskunft geben. Insgesamt waren Delegationen aus 16 (!) verschiedenen Ländern nach Wien gekommen.

Wieder war der Lichttransport nach New York mit einem AUA- Flugzeug und der freiwilligen Hilfe des Flugbegleiters Herrn Heinrich Thomas möglich. Vielen Dank.

Erstmals konnten wir einen Lichtträger aus Holland begrüssen. Erneut erreichte das ORF-Friedenslicht mit den italienischen PfadfinderInnen auch Sardinien und Sizilien.

Lichtaktion 2007

Endlich geschafft ? das ORF_Friedenslicht erreicht durch PfadfinderInnen erstmals von Bethlehem aus, Israel und Jordanien!
Eines der größten Ziele war es, das Friedenslicht dorthin zu bringen wo es am notwendigsten zu sein scheint: in den Nahen Osten.

Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit den christlichen Pfadfinderverbänden von Europa und dem Nahen Osten ist es endlich gelungen, das Friedenslicht von Bethlehem nach Jerusalem und Nazareth und nach Jordanien zu bringen !!

Dies war durch eine Zusammenarbeit von palästinensischen, arabischen und jüdischen PfadfinderInnen, die sich gemeinsam in Bethlehem getroffen haben, möglich.

Auch eine jordanische Pfadfinder-Delegation, bestehend aus Father Imad Twal, sowie zwei muslemischen und einem katholischen Pfadfinder kamen nach Bethlehem um das Friedenslicht abzuholen und gemeinsam die Messe mit der oberösterreichischen ORF-Pilgergruppe und PfadfinderInnen aus Palästina und Israel zu feiern. Bilder zusammen mit dem diesjährigen ORF-Friedenslichtkind und dem ORF-Licht-Verantwortlichen Herrn Günther Hartl geben Auskunft über diesen einmaligen Beginn der Verbreitung des Friedenslichtes im Nahen Osten.

Bei der großen Lichtfeier am 15. Dezember in Wien, zu der uns das ORF-Licht-Team wie in den Jahren zuvor das Friedenslicht aus Bethlehem mitbrachte, waren aus 16 Ländern PfadfinderInnen – Delegationen angereist. Erstmals war auch eine Gruppe aus Israel anwesend, die von der VCP- Deutschland eingeladen war und sich dieses internationale Treffen der LichtträgerInnen nicht entgehen liessen. Ebenso konnten wir erstmals eine Pfadfinderin des ukrainischen Pfadfinderverbandes PLAST, Solomiya Keyvan in Wien begrüssen. Unsere Pfadfinderbrüder aus der USA waren durch eine Delegation von amerikanischen Scouts aus Europa vertreten.

Viele der ausländischen Delegationen waren bis 24 Stunden mit dem Zug oder wie die SpanierInnen auch drei Tage mit dem Auto unterwegs um das ORF-Friedenslicht in ihre Länder zu bringen.

Es war eine große Freude mitzuerleben, mit welch großem Einsatz und Begeisterung die vielen PfadfinderInnen die nicht unbeträchtlichen Strapazen der Reise auf sich nahmen, um mitzuhelfen ein kleines Zeichen des Friedens in ihre Länder zu bringen

Lichtaktion 2008

Auch heuer findet die Friendenslichtaktion natürlich wieder statt. Startschuß ist die Abholung des Lichtes in Bethlehem am 24.11.